Projekte

  • Geplantes Weihnachtsstück 2018

  • Auführung Neujahrsbrunch 2019"Kein Keks für Kobolde" (frei nach dem Kinderbuch von Cornelia Funke von den Kindern des Kindergartens improvisiert)

  • Die Regenbogenrollenspielhelden präsentieren ihr eigenes Werk: Der kleine Prinz gegen den großen Drachen

    Erfunden und illustriert gemeinsam mit den Kindern des Kindegartens Unterm Regenbogen

Der kleine Prinz gegen den großen Drachen

Ostergeschichte zur Coronazeit:

Die Geschichte, die ich euch heute erzählen möchte, ist schon sehr alt, und auch ihr hört sie heute bestimmt nicht zum ersten Mal. Sie ist schön und ein bisschen traurig zugleich, sie spricht von Wundern und wirft Fragen auf, die nicht immer alle beantwortet werden können. Wir haben es im Kindergarten bereits versucht. Wir haben uns gefragt, warum wir eigentlich Ostern feiern. Vielleicht beantwortet diese Geschichte ein paar der Fragen, vielleicht werden wir nach den Ferien noch einmal darüber reden, vielleicht sind euch Dinge dazu eingefallen, die wir teilen können. Also hört gut zu: dies ist die Geschichte von Jesus und seinen besten Freunden.

Esel_Aaron

Die Geschichte beginnt an einem ganz gewöhnlichen Tag. Jedenfalls dachte das der kleine Esel Aaron, der gemütlich in seinem Stall lag und noch ein bisschen zu faul war, um schon aufzustehen.

„Hey, du Schlafmütze! Wach auf, wie kannst du an so einem Tag immer noch schlafen??\"

Oh nein! Das war Debora, die kleine Maus, die bei ihm im Stall wohnte, aber eigentlich fast nie schlief. Sie hatte Tag und Nacht ihre Augen und Ohren überall - ja klar, ihre Ohren waren ja fast so groß wie seine!

„Och, lass mich schlafen. Was soll denn heute schon für ein Tag sein?\"

„Na, hast du es nicht gehört? Es ist Pascha-Fest!\"

Das Pascha-Fest feierten die Menschen jedes Jahr in Jerusalem. Das war doch nichts Neues!

„Aber dieses Mal kommt Jesus! Du weißt schon, Jesus mit seinen zwölf Freunden! Der Jesus, der kranken Menschen hilft und der mit Kindern spielt und der Mäusen Brotkrümel schenkt!\"

Ah, der Jesus. Jetzt erinnerte sich auch Aaron wieder. Wenn es stimmte, was man über Jesus sagte, dann war er wirklich ziemlich nett.

Dass er das tatsächlich war, erfuhr Aaron schon sehr bald, denn Debora, die Maus hatte nicht gelogen. Jesus kam tatsächlich - und er war sehr erschöpft, weil er schon ziemlich weit gelaufen war. Das sah auch Jakob, der Besitzer von Aaron und weil er Jesus einen Gefallen tun wollte, schlug er ihm vor, auf einem Esel nach Jerusalem zu reiten - und nicht nur auf irgendeinem Esel: auf Aaron!

Aaron war erst ein bisschen unsicher. Ob er so einen großen Mann tragen konnte? Aber da sah Jesus ihn einmal an und lächelte so nett, dass Aaron sich gleich richtig wohl fühlte und deshalb trug er ihn gerne nach Jerusalem. Und was war das für eine Aufregung! Die Menschen freuten sich und jubelten, als sie Jesus sahen, denn auch sie hatten gehört, wie gut er zu allen war und dass er schon vielen armen und kranken Menschen geholfen und Wunder bewirkt hatte. Und Aaron fühlte sich selbst ganz besonders, weil er einen so wichtigen Mann auf sich trug. Kleider und Palmwedel legten die Menschen vor ihnen über den Boden und das kitzelte ganz angenehm an Aarons Hufen.

Diesen Tag würden die Menschen später Palmsonntag nennen (und so nennen wir ihn auch heute noch, der Sonntag eine Woche vor Ostern), weil an diesem Tag Jesus wie ein König auf Aaron nach Jerusalem ritt und mit Palmen begrüßt wurde. Aber nicht alle Menschen freuten sich so sehr. Den Stadtoberhäuptern machte es Angst, dass die Menschen Jesus wie einen König feierten. Sie wollten keinen neuen König. Und deshalb wollten sie Jesus umbringen.

Davon ahnte Aaron aber noch nichts, als er mit Jesus in die Stadt ritt und dem es bei ihm so gut gefiel, dass er nicht mehr von seiner Seite wich. Aber Jesus muss wohl etwas geahnt haben, denn ein paar Tage später, (heute nennt man den Tag Gründonnerstag und wir feiern ihn sonst immer gemeinsam in der Kirche, falls ihr euch erinnert), rief er seine 12 besten Freunde zusammen - wisst ihr noch wie man diese 12 Freunde nennt? (Lösung unten[1]).

Mit seinen besten Freunden aß er an diesem Abend zusammen und auch Aaron war dabei und ließ sich sein Heu schmecken. Während des Essens zerbrach Jesus auf einmal das Brot, um es mit seinen Freunden, die er sehr liebte, zu teilen. Und mit Aaron natürlich - und auch Debora bekam ein Stückchen ab! Und er teilte auch den Wein mit ihnen. Auf den verzichteten die beiden aber lieber. Jesus war besorgt - er ahnte voraus, dass ihn jemand an die Stadtoberhäupter verraten würde. Er ahnte auch voraus, dass er dann getötet werden würde. Er sagte zu seinen Freunden: "Einer von euch wird mich verraten, einer, der mit mir isst."

Alle waren erschrocken, aber Jesus beruhigte sie und sagte etwas ganz Seltsames: „Habt keine Angst, ich werde auferstehen.\"

Auferstehen, das ist ein komisches Wort, dachte Aaron, was meint er damit?

„Ich werde nicht tot bleiben, sondern zu euch zurückkommen.\"

Das konnten die Jünger nicht so recht glauben und als Jesus noch in derselben Nacht gefangen genommen wurde, vergaßen sie in ihrer Angst und Sorge auch wieder was er gesagt hatte.

Aber Aaron vergaß es nicht. Ganz fest glaubte er daran, dass Jesus wiederkommen würde. Und er behielt recht.

Zu dieser Zeit, das ist lange, lange her und heute ist das ganz und gar nicht mehr so, wurden Menschen manchmal, wenn sie sterben sollten, an ein Kreuz genagelt. Deshalb sieht man in Kirchen oder auf Bildern in der Bibel auch manchmal Jesus wie er an einem Kreuz hängt. Das war für alle Freunde von Jesus sehr schlimm und traurig. Aaron aber war nicht traurig, denn er wusste, alles, was Jesus gesagt hatte, war bisher immer wahr geworden. Und tatsächlich. Als er und Jesus Freunde drei Tage nach seinem Tod zu seinem Grab kamen - und das war ein besonders großes mit einem riesigen Stein davor - da war das Grab leer und der Stein wie durch ein Wunder weg! Aber es war hell und warm und irgendwie fühlte sich alles schön an.

„Fürchtet euch nicht.\" Die Stimme klang freundlich und sanft. Aaron sah verwundert auf und erkannte einen freundlichen Mann, der aussah wie ein Engel. „Jesus ist nicht mehr hier. Wie er gesagt hat, ist er wieder lebendig, er ist auferstanden!\"

Und wie das so ist, wenn jemand etwas sagt, das man sich nur schwer vorstellen kann, glaubten die Freunde das erst mal nicht. Alle außer Aaron, dem ganz warm ums Herz wurde. Das also hieß auferstanden sein!

Aber einen Tag später, da glaubten es auch alle anderen. Denn Jesus kam zu ihnen und saß wieder bei ihnen, lächelte und war freundlich wie immer. Er erklärte aber auch: „Ich werde nur noch heute bei euch sein. Danach kehre ich zurück zu Gott, meinem Vater. Aber ich werde immer für euch da sein. Und wenn ihr mich nicht vergessen wollt, dann erzählt allen Menschen von mir. Und dass ich sie lieb habe.\"

Und wisst ihr was? Das haben sie vermutlich getan. Denn deswegen wissen wir heute noch von Jesus und feiern an Weihnachten seinen Geburtstag und an Ostern, dass er nach drei Tagen Tod wieder auferstanden ist.

Da es schon so lange her ist, können wir nicht wissen, wie genau es war, aber was wir wissen, ist, dass es sich gut anfühlt, wenn man lieb gehabt wird. Und daran denken wir an Ostern.

Und was hat das nun mit dem Hasen, dem Küken, dem Osterei und den Blumen zu tun, die an Ostern immer wieder in Form von Bildern und Schokolade und Gummibärchen auftauchen?

Ganz einfach: So wie Jesus wieder neu ins Leben getreten ist, geschieht es auch jeden Frühling mit den Blumen, die aus der Erde hervorkommen und blühen. Und mit den Hasen, die aus dem Bauch der Hasenmama kommen oder den Küken, die aus ihren Eiern schlüpfen. Auch sie werden frisch geboren. Als Zeichen für neues Leben.

 

Und manche Hasen wollen euch Kindern eine ganz besondere Freude machen. Mal sehen, ob sie euch dieses Jahr etwas versteckt haben. In diesem Sinne frohe Ostern!

[1] 12 Jünger oder Apostel