Exzerpt

Hier einige Auszüge meiner bisherigen Arbeiten:

Einblick in die Kurzgeschichte "Feeling Blue"

Am Morgen dieses Tages war Virida aufgestanden und hatte sich nicht nach der Sonne umgesehen. Sie hatte sich überhaupt nicht umgesehen. War ohne Gedanken und ohne Empfindungen dem Alltag gefolgt. Dass ihre Lieblingstasse auf dem Küchenboden in tausende Scherben zersprang, weil sie zu ungeschickt gewesen war, um sie anständig zu umgreifen, hatte einen Schluchzer in ihr hervorgerufen, dass sie sich an einer der Scherben schnitt, einen resignierten Seufzer und als sie auf dem Weg zu ihrem unliebsam gewordenen Nebenverdienst beinahe von einem Fahrradfahrer über den Haufen geradelt worden wäre, nicht einmal mehr ein Kopfschütteln. Sie bewegte sich wie in Trance, unter einer Seifenblase, ungeschützt geschützt.

 

Auszug aus dem Stück "Froschprinz"

Vierter Auftritt

Dr. Fromm sitzt an seinem Tisch am Bühnenrand und brütet über seinen Unterlagen. Iuvenca stürmt herein, knallt die Tür zu und rauscht auf ihr Zimmer. Er sieht auf.

Dr.Fromm:            Liebling?

Es klingelt an der Tür. Er steht auf und öffnet. Regulus steht im Froschkostüm vor ihm.

Regulus:                Guten Tag… Doktor… es ist mir ein wenig unangenehm, aber Ihre Tochter hat eigentlich eine Vereinbarung mit mir. Nichts, das Sie beunruhigen muss, aber es ist nun einmal eine Vereinbarung und ich muss darauf bestehen.

Dr. Fromm:           Wie bitte? Was fällt dir ein, Bursche. Meine Tochter ist ein ehrbares Mädchen und…

Regulus:                Selbstverständlich. Es ist nur so, dass sie mir etwas versprochen hat…

Dr. Fromm:           Etwas?

Regulus:                Ja.

Dr. Fromm:           Das glaube ich kaum.

Regulus:                Wie bitte?

Dr. Fromm:           So etwas würde sie nicht tun.

Regulus:                Ich fürchte ich verstehe nicht…

Dr. Fromm:           rufend Iuvenca!

Iuvenca kommt schüchtern zur Tür

Dr. Fromm:           Du hast doch diesem jungen… Mann keine unanständigen Versprechungen gemacht?

Iuvenca:                Nein!

Regulus:                Nein!

Dr. Fromm:           Nein?

Regulus:                Nein, aber sie hat mich zu sich eingeladen oder mir versprochen, mir ihr Zimmer zu zeigen und… was man verspricht das muss man doch halten, oder nicht?

Dr. Fromm:           Stimmt das, Iuvenca?

Iuvenca:                leise Ja

Dr. Fromm:           Nun, dann fürchte ich, der junge Mann hat recht. Was man verspricht, muss man einhalten. Zeig ihm dein Zimmer und… gut ist.

Iuvenca:                Aber…

Dr. Fromm:           Was man verspricht…Zum Imaginären Zuhörer, während Iuvenca und Regulus zu ihrem Zimmer abgehen Ehrlich gesagt kann ich diesen dämlichen Spruch nicht ausstehen. Aber… ich habe meine Prinzipien. Er steht nervös abwartend da. Er fängt an, mit den Füßen zu wackeln. Schließlich geht er auf und ab, doch als ein Schrei ertönt, hält er inne und stürzt zu Iuvencas Zimmer. Er sieht gerade noch, wie sie Regulus heftig gegen die Brust stößt. Dieser fällt gegen ihren Spiegel zurück, doch ehe er aufschlagen kann, friert das Bild ein. Lichtspot abwechselnd auf alle drei, immer schneller und hektischer. Stroboskop. Die drei setzten sich in ihre Ausgangsposition.

 

Ende Akt 1